Sonderpreis: LR Medienverlag und Druckerei GmbH
Die Zukunft ist "Planbar" – ein Projekt der Azubis und Studenten der "Lausitzer Rundschau"
Anlass für die Initiative
Der vernetzte Arbeitsmarkt, die funktionale Arbeitsteilung, die schnelllebige Wirtschaft von heute – dies alles erfordert Projektmanagement. Teamarbeit ist eine Schlüsselqualifikation, die für Auszubildende und Studenten existenziell für das spätere Berufsleben ist und erlernt beziehungsweise trainiert werden muss.
Viele Jugendliche in der Lausitz haben keine Vorstellung von ihrer Zukunft. Einige sind überfordert von der Informationsvielfalt über Ausbildungen, Berufe, Studiengänge, Auslandsaufenthalte und Freiwilligendienste. Manchen ist dieses Möglichkeitsspektrum gar nicht bewusst. Andere verlassen die Region, weil sie keine Perspektiven sehen.

Sonderpreisträger Lausitzer Rundschau / PLANBAR
v.l.n.r.: Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann, Sabine Thierfelder, Julia Sergon, Andreas Heinkel, Christoph Obladen
(Foto: David Ausserhofer)
Zielgruppe und spezielle Zielsetzung
Die Idee zu "Planbar" entstand aus der Kombination beider Problemstellungen. Ziel war und ist es, ein Ausbildungsmagazin für Jugendliche der Region zu kreieren.
Dieses Projekt wurde von der Idee über die Planung bis hin zur Realisierung vollständig in die Hände der Auszubildenden und Studenten der "Lausitzer Rundschau" gelegt. Auch die Nachbereitung mit der wirtschaftlichen Kontrolle, dem Einholen und Auswerten von Feedback sowie der Neukonzeption fiel in deren Verantwortungsbereich.
Charakteristika
Im Frühjahr 2009 wurde "Planbar" als Pilotprojekt ins Leben gerufen und traf bei den Auszubildenden und Studenten des Unternehmens auf großen Zuspruch. Das Unternehmen stellt die Jugendlichen vor die große Herausforderung, ein komplexes Projekt zu managen. Mit erfahrenen, unternehmensinternen Mentoren an der Seite arbeiten sie in Projektgruppen einen Tag pro Woche allein an "Planbar".
Die Zeitplanung sowie die Aufgabenverteilung werden eigenverantwortlich bestimmt. Nach dem erstmaligen Erscheinen im September 2009 folgte im Jahr 2010 die zweite Ausgabe mit einer deutlichen Auflagensteigerung (20.000 – 25.000). Auch in diesem Jahr wird es wieder eine neues "Planbar"-Magazin geben. Es wird nun jährlich herausgegeben. Im Laufe der Zeit ist das Projekt zunehmend komplexer und dynamischer geworden. Das Magazin hat seine eigene, interaktive Website www.planbar-magazin.de, einen Messestand sowie Werbespot.
Welche Lehr- und Lernmethoden werden in Ihrer Initiative angewendet?
Das "Planbar"-Projektteam arbeitet wie ein kleines, eigenständiges Unternehmen in den Bereichen Anzeigenvermarktung, Redaktion, Online und Design, um das Ausbildungsmagazin zu verwirklichen. Auch der Kundenkontakt beim Anzeigenverkauf wird von den Jugendlichen nicht gescheut. Eine bereichsübergreifende Ausbildung wurde geschaffen, die gesamtbetriebliche und wirtschaftliche Zusammenhänge greifbar und verständlich macht.
Die Projektmanagementfähigkeiten sowie eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten der Auszubildenden und Studenten werden gefordert und gefördert. Das Projektteam muss sich vielen Diskussionen stellen, Konflikte lösen und Entscheidungen treffen. Dabei werden Steuerungs-, Entscheidungs- und Führungskompetenzen vermittelt. Der zwischenmenschliche Aspekt steht hierbei ebenfalls im Fokus.
"Planbar" vermittelt Spaß an der Teamarbeit und belohnt die Beteiligten mit entsprechenden Erfolgen. Misserfolge bleiben natürlich nicht aus, sind aber notwendig um Fehlverhalten oder -entscheidungen zu erkennen und in Zukunft zu vermeiden.
Erfahrungen bei der Umsetzung
Die Resonanz der Macher von "Planbar" ist durchweg positiv. Für alle stellt es eine große berufliche Herausforderung und gleichzeitig willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag dar. Bei der Konzeption können Ideen fernab der konventionellen Tageszeitung gesponnen und verwirklicht werden, der Kreativität sind so gut wie keine Grenzen gesetzt. Die Zielgruppe des Ausbildungsmagazins lässt ebenfalls positives Feedback verlauten. Dieses wird uns unter Anderem durch die Schulen zugetragen, die "Planbar" auch als Unterrichtsmaterial schätzen. Es wird an allen Schulen der Region und Informations- und Bildungseinrichtungen verteilt. Zusätzlich findet die Zielgruppe das Magazin überall dort, wo sie sich gern aufhält, ob im Cafe, der Bar oder dem Kino.
Wurde ein betriebliches oder gesellschaftliches Problem gelöst?
Das Ausbildungsmagazin "Planbar" ist der Versuch, einen Leitfaden für unentschlossene Jugendliche der Region zu schaffen und ihnen den Start in ihre Zukunft zu erleichtern – Ein Magazin von Auszubildenden für zukünftig Auszubildende. Es soll einen Rettungsring in der Informationsflut darstellen. In einem Heft finden sie zahlreiche Zukunftsperspektiven und -möglichkeiten sowie Tipps zur Finanzierung, Unterbringung und Organisation.
Spannende, regionale Ausbildungsthemen der Lausitz werden in "Planbar" aufgearbeitet und schaffen die, auch für die "Lausitzer Rundschau", typische Nähe zum Verbreitungsgebiet. Viele dieser Themen basieren auf Vorschlägen und Wünschen der Jugendlichen selbst. Gleichzeitig stellt sich das Magazin auch als Unterhaltungsmedium dar. Für das Medienhaus "Lausitzer Rundschau" stellt "Planbar" einen wesentlichen Beitrag zur Erschließung der jugendlichen Zielgruppe dar.
Ist Ihre Initiative auf andere Unternehmen oder Branchen übertragbar?
Ähnliche Projekte können unabhängig von der Branche auch auf andere Unternehmen übertragen werden.
Wie ist Ihre Initiative in ein Personal- beziehungsweise Organisationsentwicklungskonzept eingebunden?
Das Projekt ist in das Personalentwicklungskonzept der Ausbildung integriert. Es finden regelmäßig innerbetriebliche Unterrichtsmaßnahmen statt.
Wie trägt Ihre Initiative zur Entwicklung von Eigeninitiative, Eigenverantwortung und Handlungskompetenz bei?
In einem gemeinschaftlichen Team muss jedes Mitglied eigeninitiativ arbeiten und verantwortungsbewusst handeln. Hält sich einer nicht an die Spielregeln, hat das gesamte Team unter Umständen die Konsequenzen zu tragen. Beim Teamleiter liegt die Hauptverantwortung. Ein Stellvertreter, meist aus dem darunter liegenden Lehr- oder Studienjahr unterstützt und vertritt den Teamleiter wo er kann und lernt gleichzeitig das Handwerkszeugs für die nächsten Jahre.
Die Konzeption und Produktion eines Magazins bietet ein weit gefasstes Aufgabenspektrum und ermöglicht den Auszubildenden und Studenten der "Lausitzer Rundschau", sich entsprechend ihrer Fähigkeiten und Interessen zu verwirklichen. "Planbar" trägt gleichzeitig zur Entwicklung der Sozial- und Handlungskompetenzen bei.
Wie fördert die Initiative das arbeitsplatzbezogene Lernen?
Den Auszubildenden sowie Studenten gelingt es, erlernte Theoriekenntnisse der Berufs- beziehungsweise Hochschule in der Praxis anzuwenden. Durch die Verzahnung und die relativ geringe Gruppengröße erhält jedes Teammitglied einen Gesamtblick über das Projekt und die verschiedenen Arbeitsbereiche. Somit wird verhindert, dass die Auszubildenden und Studenten nur in ihrem Fachbereich geschult werden. Jeder kann seinen Horizont erweitern.
Wurde Ihre Initiative vom Unternehmen selbst oder maßgeblich von Beratern entwickelt?
Das Projekt wurde unternehmensintern geplant.
Wer ist der Kostenträger der Initiative?
LR Medienverlag und Druckerei GmbH

